| Stefan Zierau | |
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Supervision |
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Ich verstehe Supervision als person-zentrierte Dienstleistung für die Menschen, die zu mir kommen. Was heißt das nun im einzelnen? Bei der Darlegung will ich Selbstverständlichkeiten nicht erneut formulieren, etwa wie eine person-zentrierte Haltung sich in einem Beratungsprozeß gestaltet und ausdrückt (Supervision betrachte ich als einen Sonderfall person-zentrierter Beratung, Näheres hierzu finden Sie in der Erklärung des person-zentrierten Konzeptes von Carl Rogers. Die von mir
betreuten Supervisionsgruppen bzw. Einzelsupervisanden kommen aus den
unterschiedlichsten Bereichen, in aller Regel sind es Berufsgruppen des
medizinischen oder psycho-sozialen Bereichs, aber auch solche aus dem
Bereich der Wirtschaft oder sonstigen Dienstleistung. Je nach
Arbeitsschwerpunkt, Rahmenbedingungen der Arbeit und beschlossenem
Supervisionsauftrag gelten dabei vielleicht nur einzelne der im
Folgenden genannten Aspekte.
Die Personen in der Supervision sind Menschen in
Arbeit, die einen großen Teil ihrer täglichen Stunden mit dieser Arbeit
verbringen. Sie investieren Zeit, bringen ihre fachspezifischen
Fähigkeiten ein, ihre Aufmerksamkeit, Konzentration und viele weitere
Aspekte, die die Arbeit erfordert. Wenn sie in Institutionen arbeiten,
müssen sie sich mit den Rahmenbedingungen ihrer Arbeit auseinandersetzen
und den Personen, die als Vertreter dieser Rahmenbedingungen auftreten
(z.B. Vorgesetzte, Mitarbeiter anderer Institutionen usw.). Sie haben
MitarbeiterInnen, die auf ähnlicher Ebene eine vergleichbare Arbeit
machen bzw. arbeitsteilig ihren Beitrag zu dem gemeinsamen Auftrag
leisten. Sie widmen ihre Kraft dem eigentlichen Auftrag, der beruflichen
Tätigkeit im engeren Sinne und setzen sich mit dem „Gegenstand“ ihrer
Arbeit auseinander. Dies alles leisten sie als Menschen mit ihrem
ureigensten persönlichen Hintergrund, ihrer Individualität mit allen
körperlichen, sozialen und
psychischen Aspekten. Wenn sich nun
Supervision als Dienstleistung person-zentriert auf die Supervisanden zu
richten hat, dann heißt dies grundsätzlich, daß sie sich auf die
Supervisanden in all den genannten Aspekten beziehen muß.
Person-zentrierte Supervision ist ein Raum, der den
Supervisanden ein Entfalten der eigenen Anliegen ermöglichen
und sie in ihrer Entwicklung im Umgang mit
allen genannten Aspekten fördern soll in Richtung auf zunehmende
Stimmigkeit (Stimmigkeit meint ein Erleben und Handeln, das sowohl
authentisch und identitätsgemäß als Qualität in der eigenen Person als
auch situations- und systemgerecht ist). Zum Erreichen
dieser Ziele sind äußere und innere Bedingungen der Supervision
notwendig. Der Rahmen der Supervision sollte klar, sicher, transparent
sein. Fragen des Ortes, der Zeit, der Verbindlichkeit der Absprachen,
der Schweigepflicht, der Zustimmung und der Interessen der Institution,
der Inhalte, Reichweite und Umsetzung des Supervisionsauftrages u.ä.
sind hier zu klären. Als innere Bedingung ist vor allem eine Atmosphäre
von Empathie, Wertschätzung und Echtheit, konsequent eingebracht durch
den Supervisor, notwendig. Die verabredeten
Ziele können sich richten auf Teamsupervision, Fallbesprechungen,
Organisationsberatung und –entwicklung. Unterschiede liegen jeweils in
der Thematik und der Eingrenzung der Arbeitsweise und Ziele. Richten
sich Fallbesprechungen eher auf konstruktive Lösungen im Umgang mit dem
Klientel, umfassen Teamsupervisionen auch die Beziehungsmuster innerhalb
des Teams/der Einrichtung. In der Organisationsberatung/-entwicklung
dagegen liegt der Fokus meist auf den Strukturen und Befindlichkeiten
innerhalb der Organisation. In der meist
telefonischen Kontaktaufnahme und einem ersten Abfragen von Auftraggeber
und/oder Team und Arbeitsgebiet erkläre ich mein Vorgehen und die
Rahmenbedingungen und verabrede eventuell ein Vorgespräch mit Zeit und
Ort. Das Vorgespräch hat
meist die Dauer einer regulären Supervisionssitzung (also 2 Stunden bei
einer Gruppe, eine Stunde bei einer Einzelperson). Nach einer
Vorstellrunde (Namen, Tätigkeit, Wünsche, Erwartungen und Befürchtungen
an die Supervision) gilt es vor allem herauszufinden, ob es zu einem
gemeinsamen Vorhaben und Supervisionskontrakt kommen kann. Hierzu muß
abgeklärt werden, ob die Erwartungen mit meinem Angebot in
Übereinstimmung zu bringen sind. Supervision ist eine kostbare und
wichtige Dienstleistung, beide Seiten (Team und Supervisor) sollten
ernsthaft prüfen, ob eine gemeinsame Arbeit sinnvoll, ergiebig und
befriedigend zu werden verspricht. Neben einer Darstellung meiner
Erfahrungen, Zielen meiner Supervisionstätigkeit, Abklären der
gemeinsamen Arbeitsbedingungen (Zeit, Ort, Kosten, Vertraulichkeit,
vertragliche Bedingungen, Auftraggeber, ev. „Probierphase“ von 3 - 5
Sitzungen usw.) beinhaltet schon das Vorgespräch eine wirkliche
Supervision. Meist helfe ich dem Team und den Einzelnen, ihre
Erwartungen und Befürchtungen, ihren Auftrag erstmals genauer zu
formulieren. Das Vorgespräch wird so zu einer Hilfe, den
Supervisionsauftrag angemessen im Sinne der oben aufgezählten Aspekte zu
formulieren (hierzu gehören auch eventuelle inhaltliche Aufträge des
Financiers der Supervision) und zu dem „richtigen“ Supervisor zu finden.
Auch für mich ist es wichtig, mir die Frage zu stellen, ob ich mit
diesem Team und diesem Supervisionsauftrag glaube sinnvoll und
befriedigend arbeiten zu wollen und zu können. Zum Ende des Gespräches
wird entweder eine entsprechende Vereinbarung getroffen oder ein
Zeitpunkt verabredet, zu dem eine Entscheidung über eine gemeinsame
Arbeit fällt. Ein entsprechender Vertrag, dessen Modalitäten besprochen
wurden, ist dann zu schließen. Die dann folgenden
Supervisionssitzungen haben ein immer wiederkehrendes Rahmenkonzept: Zu
Beginn findet eine Anfangsrunde statt, in der jeder der Anwesenden ein
Statement abgibt (seine Befindlichkeit im Augenblick und in der letzten
Zeit, Reste von der letzten Supervision, Themenwünsche für heute usw.). Dann gilt es, ein
Thema für die heutige Sitzung auszuwählen. Selbst wenn im
Supervisionsauftrag oder –kontrakt die Themen festgelegt wurden, ist
dies nochmals in der gegenwärtigen Situation zu überprüfen. Die eigentliche
Arbeitsphase der Supervision ist die Behandlung des gewählten Themas.
Dies können Probleme im Umgang mit dem „Gegenstand“ der Arbeit, Probleme
im eigenen Erleben, im Team, im Umgang mit der Institution oder Leitung,
im Umgang mit anderen Rahmenbedingungen der Arbeit sein. In der nun
beginnenden Arbeit steht der Supervisand mit seiner Sichtweise, seinem
Erleben und Handeln im Mittelpunkt und findet in mir, aber auch
zunehmend der Gruppe einen Klärungshelfer, der ihm bei der Entfaltung
seines Themas hilft. Im Gegensatz zu einer Beratung ist hier das Thema
in aller Regel mit der Ausübung einer helfenden Tätigkeit verknüpft,
d.h. der Supervisand ist nicht alleine der „König“, er hat sich auch
seiner Verantwortung in dieser beruflichen Tätigkeit klar zu sein. Neben den „beraterischen“
Grundhaltungen sind hierbei von mir Qualitäten gefordert, die ich gerne
mit „Kompetenz für konstruktiven Umgang mit sich und anderen“
beschreibe. Nur selten bin ich der „Oberfachmann“ für das Klientel, mit
dem meine Supervisanden umgehen. Meine Aufgabe in der Supervision
besteht eher darin, aufmerksam zu sein für konstruktive/unkonstruktive
Aspekte im Umgang des Supervisanden mit sich/dem Thema/dem Klientel/der
Institution/dem Team und der jeweiligen Balance zwischen den
verschiedenen Aspekten. Der empathische Blick auf den Einzelnen ist also
zu ergänzen durch den systemischen Blick auf das Gesamte. Die Supervisanden
stehen mit ihren Themen häufig unter Handlungsdruck und haben ein
berechtigtes Interesse daran, Supervision nicht nur als Entlastung
bezogen auf die eigenen Gefühle zu erleben. In der Supervision geht es
auch immer um die Erarbeitung von angemessenen Lösungen. Als Supervisor
verfüge ich dabei auch über grundsätzliches Wissen um konstruktive und
kreative Problemlöseprozesse und helfe dem Supervisanden/der Gruppe,
entsprechende Wege zu finden. Hierbei kommen unterschiedliche
Herangehensweisen und Methoden zum Einsatz je nach Erfordernis und
Verabredung. Im Umgang mit der
gesamten Gruppe ist es wichtig, auf die Balance zwischen
Befindlichkeiten des Supervisanden und der restlichen Gruppe, den
Anforderungen der gemeinsam verabredeten Aufgabe und der Gesamtheit der
Gruppe zu achten und entsprechend zu intervenieren. Ich versuche, die
Gruppe insgesamt zu ermuntern, in diesem Supervisionsprozeß aktiv zu
sein, mit zunehmender Zahl der Supervisionen ist das für die Gruppen
auch zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Anfangs jedoch braucht
eine Gruppe hierfür oft Ermutigung und Unterstützung, die eigenen
Beiträge auch im Vergleich zu denen des Supervisors als kostbar und den
Prozeß bereichernd anzusehen. Wenn die
eigentliche Bearbeitungsphase zu Ende geht, wird zum Abschluß wieder ein
Blitzlicht durchgeführt, in dem alle ihre Befindlichkeit, ihre
Erkenntnisse, Verbindungen zum Thema und gefundener Lösung formulieren
können. Auch eine Reflexion und Bewertung des gemeinsamen Vorgehens in
der Supervision, des gemeinsam beschrittenen Weges kann im Anschluß
stattfinden.
Supervision ist so
auch ein Stück Weiterbildung. Die Fähigkeiten aller Beteiligten zu
konstruktivem, stimmigen und ausbalancierten Umgang mit sich und anderen
wachsen, eine größere Beratungskompetenz entwickelt sich bis hin zur
Fähigkeit, mit sich selber Supervision zu machen (ohne daß dadurch eine
Teamsupervision überflüssig wird). Die einzelnen
Supervisionssitzungen finden im vereinbarten zeitlichen Abstand statt. Wenn eine
„Probierphase“ verabredet war, wird zum Ende dieser ein Resümee gezogen
und über eine weitere Zusammenarbeit beschlossen. Aber auch in einer
fortlaufenden Supervision ist in gewissen Zeitabständen Bilanz zu
ziehen, ob die Zusammenarbeit noch fruchtbar ist, welche Veränderungen
in der gemeinsamen Arbeit wünschenswert sind, ob die gesteckten Ziele
erreicht sind oder ob die Gruppe einfach neugierig auf die Anregungen
eines neuen Supervisors ist. Die gemeinsame Arbeit ist zu bewerten im
Hinblick auf den jeweils persönlichen Nutzen, den Ertrag für die zu
leistende Arbeit, Konsequenzen für das Team und die Einrichtung.
Nähere Informationen auf Anfrage |
| Stefan Zierau | |
| 36041
Fulda, Am Honigberg 19
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